lichtknoten.com – Interview mit Alexander

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Alexander Reiterer von lichtknoten.com hat sich sofort bereit erklärt, auf meine Interviewanfrage zu antworten. Sein Blog existiert schon seit 2010. Wie, seit wann, warum und wo erzählt er dir im folgenden Interview.

Marcel: Hallo Alexander, ich freue mich, dass du deinen Blog lichtknoten.com vorstellen magst. Wie lange gibt es deinen Blog eigentlich inzwischen? Wie und warum hast du damals das Bloggen begonnen?

Alexander: Meinen Blog gibt es seit 2010. Inzwischen sind wir bei 250 Beiträgen und etwas über 500 Kommentaren. Der Blog wird von ca. 100 Personen pro Tag gelesen, was aus meiner Sicht ein sehr guter Wert ist. Es zeigt sich aber auch deutlich, dass die Besucher mehr lesen als kommentieren, was auch vollkommen in Ordnung ist.

Bevor es den Blog gab, existierte schon meine Webseite (www.alex-reiterer.com). Den Blog startete ich, um über den Entstehungsprozess meiner Bilder berichten zu können. Blog und Webseite erfuhren über die Jahre zahlreiche Überarbeitungen – zum einen wurde das Design angepasst, zum anderen wurde auch der Inhalt kontinuierlich fokussierter.

Der Blog dient mir, um über Themen zu berichten, die mich bewegen oder beschäftigen

Speziell die Webseite entwickelte sich fortan in Richtung Projektarbeit. Mit dieser Darstellung bin ich derzeit auch sehr zufrieden, auch weil der Inhalt stark reduziert und konzentriert ist. Der Blog dient mir um über Themen zu berichten, die mich bewegen oder beschäftigen – vielfach sind dies Berichte von kleinen Fototouren, ein Verlinken zu anderen Fotografen, eine Darstellung von Publikationen und Berichte von Ausstellungen. Im Prinzip sehe ich den Blog als eine Art Tagebuch meines fotografischen Lebens. Dass andere daran teilhaben finde ich schön.

Marcel: Legst du bei deinem Blog einen thematischen Schwerpunkt, eventuell aufgrund deiner fotografischen Passion oder bloggst du eher alles, was dir fotografisch in die Finger kommt und gesagt werden muss?

Alexander: Im Prinzip blogge ich alles was mich fotografisch beschäftigt. Ich versuche aber dabei vor allem Themen aufzugreifen die mir wichtig sind und mir nicht nur aus einem aktuellen Anlass über den Weg laufen. Technische Dinge spielen dabei fast gar keine Rolle. Eine Ausnahme sind Produkte die ich selber besitze oder die ich mir kaufen möchte. Ich versuche auch, meine Entscheidungsprozesse ausführlich zu dokumentieren (warum habe ich mich für ein spezielles Produkt entschieden).

Marcel: Gibt es das eine Lieblingsfoto und was verbindest du persönlich mit dem Foto?

Das Shooting war ein Traum und hat sehr viel Spaß gemacht

Alexander: Da gibt es eine ganze Reihe von Bildern an denen ich „hänge“ und auf die ich auch ein klein wenig stolz bin. Die Serie GHOST hat dabei sicher einen speziellen Stellenwert. Das Shooting war ein Traum und hat sehr viel Spaß gemacht, das Ergebnis ist meiner Meinung nach zeitlos und die Bilder waren Inhalt einer Einzelausstellung im Rahmen des Monats der Fotografie in Wien.

Des Weiteren mag ich die Aufnahmen von Körperformen. Da steckt viel Erinnerung in diesen Bildern. Die abgebildete Aufnahme entstand in Kuba in einem Hotel. Die Beleuchtung kam vom Flur durch eine kleine Öffnung oberhalb der Zimmertür. Sonst herrschte vollkommene Dunkelheit. Es reichten zwei Aufnahmen um das Ergebnis zu haben das ich mir vorstellte.

Extrem zufrieden bin ich auch mit meinem Buch, welches ich im Jahr 2015 im Eigenverlag veröffentlicht habe. Zugegeben ein etwas verrücktes Projekt…

Marcel: Mal zwischendurch ein paar technische Fragen (für uns Fotonerds): Mit welchem Equipment fotografierst du aktuell? Und gibt es eine Anschaffung, die du auf jeden Fall noch machen willst?

Alexander: Ich fotografiere mit einer Leica M (Typ 240) und verwende zwei unterschiedliche Brennweiten (35 und 50 mm). Beide Objektive sind lichtstark (f/2.0 und f/1.4) und erlauben mir daher die Schärfe sehr selektiv zu setzen. Die Leica nenne ich seit 3 Jahren mein Eigen. Davor hatte ich eine Canon 1Ds (MK III) und vorher eine 5D (MK I). Parallel dazu fotografiere ich mit einer Polaroid SX70. Weitere Anschaffungen sind eigentlich nicht geplant. Das Summilux 35 mm 1.4 ASPH von Leica reizt mich natürlich – da es aber deutlich größer als mein Summicron 35 mm 2.0 ASPH ist, versuche ich es mir seit Jahren auszureden. Bisher erfolgreich!

Marcel: Erzähl doch noch mal etwas über dich als Person. Welche Hobbys hast du neben der Fotografie und deinem Blog lichtknoten.com. Was macht der Mensch Alexander sonst noch so in seinem Leben?

Alexander: Der Mensch Alexander ist beruflich in der Forschung tätig und beschäftigt sich dort seit über 15 Jahren mit dem Thema Messsensorik für die schnelle 3D-Erfassung und -Rekonstruktion. Das Thema Bildsensoren ist also auch Inhalt meines beruflichen Alltags. Zur Fotografie bin ich über meinen Vater gekommen, der mir damals seine Fuji Kamera in die Hand gedrückt hat und mich einfach machen ließ. Das ist inzwischen mehr als 35 Jahre her. Bis zu meinem 18. Lebensalter bildete das Medium Fotografie eine untergeordnete Rolle – mein Vater dokumentierte Urlaube und Reisen mit seiner Kamera, begann dann aber immer mehr Videoaufnahmen zu erstellen und auch zu schneiden.

Zu meinem Studienbeginn bekam ich von meinen Eltern dann eine Canon EOS 500 geschenkt – klein, fein und analog. Damit dokumentierte ich dann das studentische Leben, stieg nach 5 Jahren auf eine Canon EOS 3 um und war viele Jahre sehr glücklich damit. Zur digitalen Fotografie kam ich sehr spät. Im Jahr 2006 kaufte ich eine Canon EOS 5D (MK I) und war begeistert. Die Ausrüstung wurde umfangreicher und ich machte den Schritt den viele machen und konzentrierte mich nicht auf eine spezielle Art der Fotografie sondern versuchte von Studio, über Landschaft bis hin zur Makro-Fotografie alles abzudecken. Dieser Prozess war wichtig und machte auch sehr viel Spaß, führte mich aber auch zur Erkenntnis, dass der Grund, mich mit Fotografie zu beschäftigen, der Prozess des Fotografieren selber ist: das Studium des Lichtes, die Auseinandersetzung mit dem Sujet und die Komposition des Bildes.

Das Ergebnis ist natürlich wichtig, steht dabei aber nicht unbedingt im Vordergrund. Die Bearbeitung des Bildes selber rückte zudem immer mehr in den Hintergrund. Dies führte mich dazu, dass ich mich mit meiner großen und schweren Ausrüstung oft eingeschränkt fühlte. Ich wollte das Gefühl wiederfinden, wie ich es damals mit der Kamera meines Vaters hatte: eine Kamera klein und leicht und max. 2 Objektive. Zudem war es mir wichtig eine Kamera zu finden die mich nicht mit Funktionen überlastet, sondern die Konzentration auf den fotografischen Prozess ermöglicht.

Die Entscheidung für eine Leica M war gefallen. Ich lieh mir die M9 für einige Tage aus und war begeistert. Das Erscheinen der M (Typ 240) überzeugte mich dann vollkommen – ein unglaublicher Sensor in einer kleinen Kamera, gepaart mit genialen Objektiven. Ich verkaufte meine gesamte Canon Ausrüstung, ließ mich von meiner Frau für verrückt erklären und kaufte die Leica M, ein Summilux-M 50 mm ASPH 1.4 und ein Summicron-M 35 mm ASPH 2.0.

Was ich sonst noch mache? Neben meiner Familie, meinem Beruf und der Fotografie ist kaum noch Zeit – diese drei Dinge füllen mich aber auch gut aus und ich kann mich nicht über zu viel freie Zeit beschweren.

Marcel: Und bevor wir enden, natürlich wie immer die obligatorische Frage nach deinen Netzwerken. Wo kann man sich mit dir noch vernetzen und in Kontakt bleiben?

Alexander: Ich veröffentliche meine Bilder hauptsächlich auf meiner Webseite www.alex-reiterer.com, meinem Blog http://www.alex-reiterer.com/blog und auf Flickr. Ab und an schreibe ich auch auf Twitter. Zudem nutze ich auch den Leica Fotopark. Und natürlich kann mich jeder auch direkt per Mail kontaktieren.

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