Dockland in Hamburg bei Nacht fotografieren

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Dockland Frontal
Das Dockland von vorne fotografiert. Die Treppen sind abends schön beleuchtet und geben einen tollen Effekt bei einer Langzeitbelichtung. Tipp: Belichtungsreihe und HDR draus machen.

Es ist wieder Freitag Abend und damit wieder Zeit für einen Fotowalk. Mein Nachbar kommt am Nachmittag kurz rüber und fragt mich, wann wir zum Dockland losfahren wollen. Ich beantworte die Frage mit „zwischen halb sechs, sechs“. Also mache ich mich fertig, denn es ist noch sehr kalt Ende Februar.

Ich ziehe mir meine Thermolaufhose unter und auch mein Thermoshirt. Den Rest plünne ich darüber. Die Kamera ist aufgeladen und die Speicherkarte geleert. Der Tee zieht gerade durch und soweit ist alles fertig.

Also packe ich Mütze und Handschuhe noch dazu und verlasse mit meinem Fotorucksack auf dem Rücken und dem Stativ in der Hand das Haus. Ich gehe zum Nachbarn und klingel an seiner Tür. Nichts passiert. Ich klingel noch mal und warte. Aber es passiert einfach nichts. Durch das Küchenfenster sieht es dunkel aus. Entweder macht er sich oben gerade fertig oder er ist eingeschlafen. Ich entschließe mich dazu, erst mal das Auto zu holen und es dann noch mal zu versuchen.

Ich parke direkt vor seiner Tür und klingel noch mal. Da macht mein Nachbar etwas verdutzt die Tür auf und fragt mich, ob ich mich nicht vorher mal kurz melden kann. Er hat gerade auf dem Handy gespielt. Hey, ich klingel gerade das dritte Mal. Ich denke, er ist eingeschlafen auf der Couch. 5 Minuten später sitzen wir beide im Auto auf dem Weg ins Dockland.

Auf dem Dockland

Die Fahrt zum Hafen dauert gute 40 Minuten quer durch die Stadt. Aber wir haben ja genug Gesprächsthemen und die Zeit vergeht recht schnell. Kaum sind wir am Dockland angekommen, parken wir kurz ein und machen uns auch schon direkt zu Fuß auf den Weg. Ein erster Fotograf steht mit seinem Stativ bereits vor dem begehrten Fotoobjekt. Damit sind wir nicht die einzigen Verrückten, die sich Ende Februar im Dunkeln mit der Kamera im Hafen aufstellen.

Wir entschließen uns, zuerst einmal alle Treppen nach oben zu gehen und die Aussicht zu genießen. Wir bauen die Stative auf dem Dach des Dockland auf und fotografieren den Hafen. Dieses Mal auf die gegenüberliegende Seite als beim letzten Mal.

Die Köhlbrandbrücke vom Dockland aus bei Nacht. Langzeitbelichtung mit 3 Belichtungsreihen.

Das Bild oben zeigt die bekannte Köhlbrandbrücke in Hamburg. Die folgenden Bilder zeigen den Containerterminal Tollerort, die blauen Silos der Hamburger Stadtentwässerung und den Blick zum Containerterminal Waltershof. Es ist allerdings ganz schön windig auf dem Dach und mein Nachbar kämpft mit seinem Stativ. Mein Slik Able Stativ steht jedoch sehr stabil. Egal wie alt es ist, mir gefällt das Stativ echt gut.

Es kommen aber auch Ende Februar bei Wind ständig Besucher nach oben und machen ebenfalls Fotos. Jedoch haben die meisten nur ihr Handy dabei oder eine Kamera ohne Stativ.

Containerabfertigung Tollerort
Containerabfertigung Tollerort im Hamburger Hafen bei Nacht.

Langzeitbelichtung und HDR Bearbeitung

Ich entscheide mich dieses Mal wieder für die Langzeitbelichtung aus 3 Belichtungsreihen, um die drei Bilder als HDR zusammenzufügen. Der Dynamikspielraum ist einfach deutlich größer und sinnvoll bei den schwierigen Lichtverhältnissen im Hafen. HDR heißt ja nicht automatisch übertrieben künstliche Bilder. Man kann auch hier auf eine möglichst ausgeglichene Belichtung der Bildteile achten und somit das Bild natürlich erscheinen lassen.

Hamburger Stadtentwässerung
Blick vom Dach des Dockland zur Hamburger Stadtentwässerung und dem Containerterminal Tollerort

Das Zusammenfassen der Bilder habe ich Lightroom überlassen. Ich musste dieses Mal die Geistereffektbeseitigung einschalten. Ich hatte schon recht stark mit den Effekten zu kämpfen. Gerade bei den Katzen im Terminal Tollerort. Die automatische Tonwertkorrektur nehme ich übrigens raus. Da lege ich selbst Hand an. Lightroom übertreibt für meinen Geschmack etwas und dann wird es eben doch sehr künstlich.

Waltershof Hamburg
Blick zum Waltershof

Ich habe bei den Bildern die Temperatur und die Tönung etwas verändert. Ich bin leicht ins bläuliche und lilane gegangen. Die Bilder waren mir etwas zu gelbstichig. Den lila Touch mag ich bei den Bildern sehr gerne. Oben habe ich dann einen Verlauf eingezogen und die Belichtung wieder etwas abgesenkt. Damit wird der Nachthimmel wieder vernünftig dunkel.

Top of Dockland
Auf dem Dach des Hamburger Dockland mit Blick Richtung Landungsbrücken.

Vor und hinter dem Dockland

Anschließend sind wir wieder die Treppen herab gestiegen. Das ist gar nicht so einfach. Die sehr breiten Stufen sind immer abwechselnd auf einer Seite beleuchtet. Die eine Stufe auf der linken Seite, die andere Stufe auf der rechten Seite. So tritt man abwechselnd auf eine beleuchtete Stufe und dann auf eine nicht beleuchtete, wenn man an einer Seite geht. Das irritiert in der Nacht ganz schön und mit dem Stativ und der Kamera in der Hand war das etwas merkwürdig. Wir mussten uns echt konzentrieren nebeneinander.

Dockland Frontal
Das Dockland von vorne fotografiert. Die Treppen sind abends schön beleuchtet und geben einen tollen Effekt bei einer Langzeitbelichtung. Tipp: Belichtungsreihe und HDR draus machen.

Unten angekommen haben wir uns natürlich auch das Dockland und die Stufen selbst vorgenommen. Das Motiv ist einfach genial, auch wenn man das schon oft genug gesehen hat. Aber auch hier habe ich versucht, eine andere Perspektive zu finden als die allseits bekannte. Das habe ich bei den Stufen gemacht, die ich mal von der Seite fotografiert habe. Das Foto gefällt mir auch ausgesprochen gut. Cooler Effekt mit dem Lichtern.

Dockland Treppen
Die Dockland Treppen mal aus einer anderen Perspektive.

Anschließend sind wir noch mal hinter das Dockland gegangen. Da steht man dann auf einmal in der Parkgarage. Ein typisches Foto von hier ist bei Sonnenuntergang nach oben in die Scheiben fotografiert und die Spiegelung aufgenommen. Die Spiegelung und die Fenster wollte ich auch fotografieren, aber eben mal wieder „anders“. Also habe ich mich für den spitzen Winkel mit Hafensicht im Hintergrund entschieden. Ich finde die Linienführung genial. Das kann man hier gut machen. Wie gefällt dir das Foto?

Hinter dem Dockland
Aus der Parkgarage hinter dem Dockland heraus mit Blick auf den Hafen.

Weitere Impressionen

Wir haben uns unten am Dockland noch etwas umgeschaut. Aber hier gab es jetzt nicht mehr so viel zum Fotografieren. Das Cruise Center Altona habe ich einmal von oben aufgenommen. Das wirkte aber so gar nicht. Die einzigen beiden weiteren Bilder waren zum Einen das Fischereirestaurant Hamburg und einmal passend zum Hafen einen Container am Gate 7 mit Blick zum Cruise Center Altona.

Fischereihafen Restaurant
Das Fischereihafen Restaurant in Hamburg. Fotografiert vom Vorplatz beim Dockland.
Container Gate 7
Gate 7 am Dockland mit einem Container hinter Gittern.

Haben dir die Fotos gefallen? Konnte ich dem bekannten Dockland meinen eigenen Stempel aufdrücken? Willst du mehr über die Bearbeitungsschritte in einem separaten Beitrag erfahren? Dann poste hier gerne deinen Kommentar.

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