Ist das Sigma 55-200 besser als gedacht?

Immer wieder ein Überraschung

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Sigma 55-200 - Turnier Voran Ohe

Heute war ich beim letzten Fußballturnier meines Sohnes beim SC Voran Ohe. Mit dem Wetter hatten wir Glück, auch wenn es am Abend noch besser im Wetterbericht aussah, als es dann war. Aber wenn es trocken ist, bin ich inzwischen ja schon froh.
Ich hab mir vorgenommen, mal wieder ein paar Fotos aufzunehmen. Dazu habe ich mein Standardobjektiv 15-85mm von Canon dabei gehabt und die alte Scherbe Sigma 55-200mm. Sollte das Sigma mich etwa positiv überraschen?

Ich nehme die Antwort gleich vorweg: Ja, sie tat es.
Ich habe mir damals in den Anfängen das Sigma 55-200mm ohne Stabilisator zum günstigen Preis als erstes Objektiv neben dem Kit gekauft. Klar, die DSLR war neu und man braucht als erstes ein Telezoom. Wofür? Egal. Haben ist besser als brauchen und der Geldbeutel hat nichts hergegeben. Heute gibt es nur noch die Version des Objektivs mit OS.

Das Objektiv habe ich wirklich selten drauf. Meistens bin ich in Räumen oder nah dran, wenn ich Personen, Familie o.ä. fotografiere. Da bin ich mit einem Weitwinkel deutlich besser dran. Ja ich weiß, Weitwinkel und Personen ist nicht schön. Aber mit dem 15-85 am Crop komme ich ja auch aus ein paar Metern gut ran und verforme die Leute nicht zu Fischköpfen.

Es ging also erst mal mit dem Aufstellen der Mannschaften vor der Turnierleitung los und dann auch gleich zum ersten Spiel. Die Jungs waren heiß und legten richtig gut los. Das Spiel ging 2:2 aus und alle haben toll gespielt.
Ich wanderte um das Spielfeld herum und fotografierte zuerst mit dem 15-85mm. Nicht das beste und lichtstärkste Objektiv, aber wie eingangs erwähnt ein absoluter Allrounder und bisher immer gar nicht so schlecht.
Die Jungs spielen in der G-Jugend auf 5m Tore und mit 6 Feldspielern auf ein kleines Feld. Damit ist man dann auch nicht so weit weg. Im Sportmodus schoss die Reihenaufnahme auch recht schnell Bilder.

Kleine Pause von einem Spiel. Danach ging es weiter. Ich hab zwischenzeitlich dann aber das Objektiv gewechselt und das Sigma 55-200mm drauf geschraubt. Ich wollte ein paar Aufnahmen näher dran haben und auch Details der Gesichter.
Das Spiel ging los und damit auch die Action. Ich hielt wieder drauf. Man merkte, wie langsam die Cam im Dauermodus aufnahm. Das war schon ein Unterschied auf einmal. Das Objektiv war deutlich anders zu handeln. Aber ich kam recht nah ran und war schon gleich der Meinung, dass da ein paar gute Aufnahmen im Kasten waren.

Überprüfen wollte ich das dann aber erst zu Hause am Rechner. Als wir dann auch am Nachmittag zu Hause waren, habe ich die über 400 Bilder in Lightroom geladen. Anschließend ging es ans Aussortieren. Ich glaube, dass ich hier immer noch viel zu zaghaft bin. Ich bin bei 140 Fotos stehen geblieben. Aber da es sich ja auch um schöne Erinnerungsfotos und meinen Sohn handelt, hebe ich lieber ein Foto zu viel als eines zu wenig auf.

Schließlich schaute ich mir die Bilder noch mal genauer an. Und dabei fiel mir auf, dass die Fotos mit dem Sigma mir richtig gut gefielen. Also so richtig gut. Obwohl das so ein Billig-Objektiv ist. Aber so nah ran zu kommen wirkt anders als mit nur 85mm am Ende. Zudem waren die Bilder vom 15-85mm irgendwie milchig. Nicht scharf, so merkwürdig, als wenn es neblig wäre. Das war nicht doll. Da gefielen mir die Bilder mit dem Sigma deutlich besser.

Wahrscheinlich ist die Qualität im Vergleich zu guten Teleobjektiven eine Katastrophe. Aber immer wenn ich mit dem Objektiv fotografiere, bin ich beeindruckt von den Ergebnissen. Gerade im Portraitbereich.

Liegt das nur an der Brennweite oder ist das Objektiv besser als man glaubt?

Ich kann es abschließend nicht entscheiden, ich weiß nur, dass mir die Bilder mit dem Sigma 55-200mm immer gut gefallen. Der Autofokus ist langsam und sitzt nicht immer, ohne optischen Bildstabilisator muss man schon eine kurze Belichtungszeit nutzen und das schraubt die ISO schnell hoch – Stichpunkt Bildrauschen. Ist mir alles egal. Diese (Erinnerungs)Fotos gefallen mir und nur darauf kommt es an!

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