Fotoblogs

Interview mit Emmanuel von emeffre-photography

In meiner Reihe Fotoblog-Vorstellung habe ich mir heute einmal Emmanuel mit seinem Blog emeffre-photography vorgenommen. Emmanuel ist gebürtiger Franzose und lebt seit nunmehr 10 Jahren in Berlin. Wie er zur Fotografie kam, warum er sich auf Langzeitbelichtung eingeschossen hat und wie er seinen Blog führt, erfährst du im folgenden Interview.

M: Hallo Emmanuel!

Ich habe jetzt schon des Öfteren deinen Blog emeffre-photography zum Thema Langzeitbelichtung besucht. Du hast dich hier ja auf ein spezielles Thema eingeschossen. Bevor wir darauf eingehen, möchte ich aber erst einmal etwas über dich erfahren.

Stell dich doch einfach mal vor. Wer bist du, wo kommst du her, was machst du gerne und wie bist du zur Fotografie gekommen?

E: Hallo Marcel,

Vielen Dank, ich freue mich, mit dir austauschen zu können, da ich deinen Blog oder deinen Twitter Account immer gerne verfolge.

Ich bin 34 Jahre, bin in Paris geboren und wohne mittlerweile seit 10 Jahren in Berlin. Von Beruf bin ich Team Manager für ein französisches Sales Team, was mich schon einiges an Energie kostet aber einen Ausgleich braucht man immer. Meine Freizeit verbringe ich gerne mit Fotografie oder Malen für den künstlerischen Teil aber auch Informatik für den technischen Teil und so bin ich zum Fotoblog gekommen.

Um zu erklären, wie ich zur Fotografie gekommen bin, würde ich dir gerne antworten, dass meine Großmutter mir als Erste einen Fotoapparat in die Hand gedrückt hat und dass ich so mein erstes Foto gemacht habe. Die Leidenschaft ist sofort entstanden, ich bin dann aber doch noch durch mehrere Phasen gegangen, bis ich vor ein paar Jahren das Fotografieren neu für mich entdeckt habe.

Seitdem ich in Berlin war, hatte ich eine Kompaktkamera und habe immer die – für mich neue – Stadt auf Fotos festgenommen. Aber erst 2006 habe ich mir meine Spiegelreflexkamera gekauft mit dem Willen Bulb Aufnahmen machen zu können. Ich wollte nämlich eine Langzeitbelichtung eines Sternenhimmel bei Nacht machen können…was ich noch nicht gemacht habe! Das war allerdings der Anfang einer größeren Leidenschaft für Langzeitbelichtungen.

M: Langzeitbelichtungen in der Dunkelheit reizen mich auch noch. Dein aktueller Blog emeffre-photography besteht seit August 2014 wenn ich das dem ersten Artikel richtig entnehme. Hast du noch andere Blogs oder ist das dein erster Blog?

E: Ich bin zum Bloggen gekommen, weil ich vor ein paar Jahren angefangen habe, mich für die Themen html, css und php zu interessieren und so hatte ich dann meine erste Seite aufgebaut, die sehr einfach war. Den ersten Artikel hatte ich damals einfach übernommen. Das Aktualisieren und die Arbeit mit dem Code der Seite war mir dann doch zu viel Arbeit, so dass ich mich nach einem praktischen CMS System umgeschaut habe und bin mit WordPress sehr zufrieden. Alle Änderungen im CSS Code können leicht über ein Child Theme gemacht werden aber es gibt ja auch hilfreiche Plugins, die es sehr leicht machen. Selber benutzt Du ja auch WordPress.

An sich würde ich aber gerne für weitere Blogs oder Seiten den technischen Aspekt erledigen. Gerne würde meine Freundin einen Blog über Kochen und Rezepte führen, da würde ich sie natürlich unterstützen, unter anderem mit Fotos.

M: Ein Kochblog ist ja im Moment sehr im Trend. Das würde ja passen. Und neben chefkoch.de muss es ja auch noch etwas qualitativ bessere Seiten geben. Aber zurück zum Thema: Du hast dich in deinem Blog ja auf das Thema Langzeitbelichtung fokussiert. Wie kam es gerade hierzu außer dem Foto eines Sternenhimmels wie oben erwähnt?

E: Die Langzeitbelichtung hat mich fasziniert, da man ohne viel Licht ein Foto ohne Blitz machen kann. Dazu kommt, dass so Fotos gelingen, die an sich mit dem Auge gar nicht existieren. In der Tat verwischen alle sich bewegenden Objekte, Lichter sind deutlicher zu sehen und hinterlassen einen Lichtstreifen. So etwas kann sonst nicht erkannt werden.

Meffre Emmanuel Sbahn Westhafen bearbeitetIch finde, dass bei Langzeitbelichtung der Planungsprozess vor dem Foto sehr wichtig ist und mir gefällt das Warten während der Auslösezeit, die oftmals zwischen 30 Sekunden und 1 Minute liegt. Man stellt sich schon geistig das Foto nach und nach zusammen.

M: Welche Tipps kannst du meinen Lesern zu deinem Thema Langzeitbelichtung geben für den Einstieg in die Langzeitbelichtung? Wie hast du angefangen, was sind deine Erfahrungen?

E: Der erste Tipp ist fast selbstverständlich, es wird für Langzeitbelichtung ein Stativ benötigt. Je schwerer das Stativ, um so stabiler ist es. Ich habe mir von Manfrotto ein Stativ geholt, was es ermöglicht, bis Augenhöhe ein Foto aufnehmen zu können. Sonst kann es passieren, dass eine Barriere oder eine kleine Wand noch im Bild stört.

Ich lese oft, dass eine Fernbedienung auch unbedingt zur Ausrüstung gehört aber ich denke, dass es für den Anfang auch mit dem Selbstauslöser geht.

Damit ein Foto gelingt, suche ich mir gerne ein Gegenstand im Hintergrund, der beleuchtet ist und für den Vordergrund eine Straße, damit ich dank der vorbeifahrenden Autos Lichtstreifen ins Bild bekomme. Es kommt auch auf die Balance zwischen Hell und Dunkel an, aber das kann jeder für sich entscheiden.

M: Zeig uns doch einfach mal deine Lieblingsfotos aus deinem Blog. Was kann man mit der Langzeitbelichtung schönes machen?

emeffre-photography

E: Ich habe Ende November mit einem Freund ein paar Aufnahmen in der Nähe des Westhafens gemacht. Da gefällt mir dieses ganz besonders (oben). Das Foto wurde bei einbrechender Nacht aufgenommen, fast noch zur blauen Stunde und somit hat der Himmel noch ein wenig blaue Farbe. Im Vordergrund gibt es links diesen Lichtstrahl, der einen Teil der Gleise beleuchtet und so geht mein Auge immer wieder von diesem Punkt zum Gebäude und folgt dann den Lichtern im Hintergrund.

Die Oberbaumbrücke zählt zu den Motiven, die ich am meisten fotografiert habe und da gefallen mir diese Fotos am meisten: Oberbaumbruecke – Blaue Stunde (Titelbild) und Oberbaumbrücke bei Nacht.

Ein letztes wäre eine Langzeitbelichtung, die ich mit dem ND Filter gemacht habe, was einem ermöglicht, tagsüber längere Belichtungen zu machen: Weltzeituhr am Alexanderplatz

emeffre-photography

M: Nun beginnt gerade das neue Jahr, da würde ich ja gerne mal erfahren, welche Pläne du für 2016 hast – fotografisch aber auch persönlich.

E: Für das neue Jahr habe ich mir vorgenommen, regelmäßiger gezielte Fototouren zu machen und ich möchte natürlich dann auch weiterhin die Zeit finden, die Fotos zu bearbeiten und zu teilen.

Ich habe von meiner Schwerster ein Set bekommen, wo man selber eine Kamera zusammenbauen kann und das möchte ich natürlich auch machen und bin schon sehr gespannt. Sicher kann man so noch einiges dazu lernen und das gibt mir auch wieder Lust, mit der analogen Minolta, die ich habe, Aufnahmen zu machen.

M: Bevor ich mich für das Interview bedanke, möchte ich gerne noch wissen, auf welchen sozialen Netzwerken und Fotoportalen man dich noch neben deinem Blog emeffre-photography.com antreffen und sich mit dir vernetzen kann.

E: Neben meinem Blog teile ich meine Fotos bei FlickR und folgen kann man mir auch bei Twitter.

Vielen Dank für dieses Interview Marcel, ich wünsche dir und deinen Lesern noch ein gutes Jahr.

M: Vielen Dank für das Interview Emmanuel. Ich werde weiterhin auf deinem Blog vorbeischauen, in meinem Feedreader habe ich deinen Blog ja bereits eingefügt. Ich wünsche dir noch viel Spaß und Erfolg für 2016.

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Ich bin Familienvater, liebe das Meer und fotografiere leidenschaftlich gerne. Dabei ist mir das Fotografieren wichtiger als die Technik. Ich bin Jahrgang 79 mit Abitur aus dem letzten Jahrtausend. Ich arbeite bei einem sehr großen deutschen E-Commerce-Versender und lebe in Hamburg, der schönsten Stadt Deutschlands.

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