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Interview mit Martin von lichttraeumer.de

Eine neue Blogvorstellung liegt an. Heute geht es um Martin und seinen Blog lichttraeumer.de, das den Schwerpunkt auf Panorama- und Langzeitfotografie legt. Martin ist bereits länger am Bloggen dabei. Wie er gerade zur Panorama- und Langzeitfotografie kam und welche Tipps er noch parat hat, liest du im folgenden Interview.

Marcel: Hallo Martin, ich freue mich, dass du dich für eine Blogvorstellung zur Verfügung stellst. Wenn ich das richtig sehe, existiert dein Blog lichttraeumer.de bereits seit Mai 2011. Ist das richtig? Wie und warum hast du damals das Bloggen begonnen?

Martin: Hallo Marcel, danke dass ich meinen Blog auf FOTOPRESSO.com vorstellen kann.
Ja, das stimmt, blog.lichttraeumer.de existiert schon seit Mai 2011. Auf die Frage „Warum habe ich mit dem Bloggen begonnen?“ gibt es mehrere Antworten.

lichttraeumer.de baden-baden-trinkhalleErstens: ich habe in Bezug auf meine Fotos eine gewisse „exhibitionistische Veranlagung“. Hat die nicht jeder Betreiber eines Fotoblogs? Wobei ich mich nicht gerne an meine „Blog-Jugendsünden“, erinnere. Sehr wohl kann man, vergleicht man meine frühen Inhalte mit aktuellen, eine recht positive Entwicklung erkennen.

Zweitens: „Schuld“ ist auch meine tiefgreifenden Auseinandersetzung mit WordPress. Seit Ende der 1990-er Jahre habe ich Webseiten von Hand programmiert, um vor ca. 8 Jahren zu WordPress zu wechseln. Um meine Kunden auf einer fundierten Wissensbasis beraten und bedienen zu können war, und ist mein Blog lichttraeumer.de auch immer eine Spielwiese für aktuellste Web- und CMS-Technik.

Der dritte Grund für meine Entscheidung zu bloggen liegt in meiner Schulzeit begraben. Schon damals habe ich gerne Geschichten geschrieben, wenn auch mit recht mäßigem Erfolg im Bereich der Zeichensetzung. Dieser „mangelnden Begabung“ wollte ich offensiv ins Auge sehen.
Ich hoffe mal, mich in diesem Bereich weiterentwickelt zu haben 🙂

Marcel: Den Kategorien deines Blogs nach zu urteilen fokussierst du dich vor allem auf Panorama- sowie Langzeitbelichtung. Wie kommst du gerade zu diesen beiden Genres und was fasziniert dich daran?

Die Notwendigkeit der detaillierten Auseinandersetzung mit der manuellen Fotografie

lichttraeumer.de baden-baden-wasserfallMartin: Ich war schon immer ein detailverliebter Technikbegeisteter, der gerne abseits vom Mainstream wandelt und „sein Ding macht“. Beide Sujets, die Panoramafotografie und auch die Langzeitbelichtung, erfüllen diese Veranlagung.
Mich fasziniert in beiden Fällen die Notwendigkeit der detaillierten Auseinandersetzung mit der manuellen Fotografie, ohne die man in beiden Bereichen keine brauchbaren Ergebnisse erzielen kann. Beide Sujets brauchen Vorbereitungs- und Planungszeit und keine Hektik am Set; diese Art der Fotografie entschleunigt mich ungemein.
Im Bereich der Panoramafotografie benötigt man zudem eine Art „Rundumblick“ für das Motiv, um aus einer banalen Panoramaansicht ein 360° Panorama mit spannenden Linienführungen zu erhalten. Bei der Langzeitbelichtung faszinieren mich Experimente mit ND- / Lee-Filtern, Belichtungszeiten, fliessendem Wasser, oder über den Himmel wandernden Wolkenformationen.

Marcel: Hast du ein paar Tipps für meine Leser speziell zum Thema Panoramafotografie?

Martin: Klar 🙂
Der erste Tipp: man sollte seine Kamera auch im manuellen Modus zu 100% bedienen können. Nichts ist für das Stichen eines Panoramas tödlicher, als unterschiedliche Schärfe, Belichtungs- und / oder Farbwerte in den einzelnen Bildsegmenten. (Anmerkung Marcel: Das war auch mein Fototipp manuell belichten).
Der zweite Tipp: Panoramen aus der Hand sind nett, richtig gute Ergebnisse bekommt man erst durch den Einsatz eines Statives und eines Nodalpunktadapters.
Sehr gerne verweise ich an dieser Stelle an die hervorragenden und wirklich erschwinglichen Produkte von PT4Pano.
Der dritte und vielleicht wichtigste Tipp: ich empfehle Geduld, einen langen Atem um die Lernkurve zu meistern, und die Aneignung eines akribischen Aufnahme- und Postprocessing-Workflows.

Marcel:Gibt es das eine Lieblingsfoto und was verbindest du persönlich mit dem Foto?

Martin: Ja, es gibt das eine Lieblingsfoto. Überraschenderweise ist das kein Panoramabild und auch keine Langzeitbelichtung, sondern einfach ein ganz normales Foto 🙂
Ich habe das Bild „GUF – die Halle der Seelen“ genannt. Das Motiv zeigt einen Sperling auf einer Steele im Berliner Holocaust-Mahnmal.
lichttraeumer.de sperling-berlin-holocaust

Der Sperling saß irgendwie verloren und doch erwartungsvoll auf der Steele, fast schien er auf mich zu warten. Nachdem ich mich auf gut einen Meter genähert hatte, konnte ich ein einziges Bild – das Bild machen. Dabei habe ich mich in einer Art „vierter Dimension“ gefühlt, habe den Sperling und die Umgebung wie in Zeitlupe durch eine dunkle Vignette wahrgenommen. Es gab nur ihn und mich, das Wetter, all die Touristen und der lärmende Trubel um uns herum waren wie ausgeblendet.
Mit diesem Bild verbinde ich emotional sehr dichte Gefühle an die jüngere deutsche Geschichte, an das Gedenken des Grauens des Holocausts und die Geschichte der Halle der Seelen aus der jüdischen Mythologie.

Marcel: Mal zwischendurch ein paar technische Fragen (für uns Fotonerds): Mit welchem Equipment fotografierst du aktuell? Und gibt es eine Anschaffung, die du bereust und wovon du abraten würdest, frei nach dem Motto, aus Fehlern lernt man?

lichttraeumer.de pluescrantMartin: Aktuell fotografiere ich gut 85% aller Bilder mit einer Fuji X-T1. An Objektiven dafür besitze ich das Fujinion XF23mm F/1.4 R, ein Samyang 8mm F/2.8 Fischauge und das Samyang 12mm F/2.0 . Damit kann ich alle meine präferierten Sujets bei einer sehr guten Bildqualität und wenig Gewicht bedienen. Meinen „Nikon-Fuhrpark“ an Gehäusen und Objektiven habe ich dafür radikal, bis auf die D800 und vier Objektive (10.5mm Fischauge, 50mm, 85mm und 16-35mm), reduziert.
Fototechnische Anschaffungen bereue ich grundsätzlich nicht, da ich der Meinung bin, dass jede Anschaffung zum Zeitpunkt des Kaufs ihre Berechtigung hat.
Ok .. meine Frau meint zwar, ich hätte mehr Fototaschen, als sie Handtaschen. Aber das ist ein anderes Thema 🙂
Generell mache ich mich frei von Techniktrends, denen man – so suggeriert einem die Werbung, unbedingt folgen MUSS um gute Bilder machen zu können. Ich denke: Gute Bilder sind zum einen eine höchst subjektive Sache, zum anderen entstehen diese im Kopf eines Fotografen, und nicht mit der neuesten Kameratechnik. Sehr wohl sollte man die vorhandene Kameratechnik im Griff haben, um das Bild im Kopf beim Auslösen technisch sauber umsetzen zu können. Also Finger weg von grünen „P“ Tasten und Räder an der Kamera.

Marcel: Erzähl doch noch mal etwas über dich als Menschen. Welche Hobbies hast du neben der Fotografie und deinem Blog lichttraeumer.de. Was macht der Mensch Martin sonst noch so in seinem Leben?

Ich habe sehr viel Freude daran Neues auszuprobieren

lichttraeumer.de fecamp-panoramaMartin: Da gäbe es zwei erwähnenswerte Hobbies: Mountainbiken und Whisky geniessen. Das Biken als Ausgleich zu der sitzenden Tätigkeit in meinem Hauptjob, das Genießen von Whisky (von Oktober bis März) in definierter Dosierung, da ich sonst kein Laster habe 🙂 .
A apropos Hauptjob: ich arbeite bei Europas größtem Webhoster als Operations-Architekt, zur Zeit mit dem Schwerpunkt „WordPress“.
Der Mensch Martin an sich genießt das gemeinsame „Reifer werden“ mit seiner Frau, Reisen an die bretonische und normannische Küste und Städtetrips innerhalb Deutschlands.
Auch wenn die Zipperlein mehr zu nerven beginnen, so würde ich Lebenserfahrung glaube ich nicht mit Jugend tauschen wollen.
Ich habe sehr viel Freude daran Neues auszuprobieren, an Dingen zu scheitern und daran zu wachsen.

Marcel: Und bevor wir enden, natürlich wie immer die obligatorische Frage nach deinen Netzwerken. Wo kann man sich mit dir noch vernetzen und in Kontakt bleiben?

Martin: Man findet mich auf Twitter, Facebook, Flickr, Fotocommunity, Xing. WordPress-Interessierte auch auf meinen WordPress-Blog und natürlich auch auf meinem privaten Fotoblog blog.lichttraeumer.de

Marcel: Martin, ich bedanke mich für das Interview und wünsche dir weiterhin viel Spaß beim Fotografieren und Bloggen. Man liest sich!

Martin: Vielen Dank für das nette Interview.

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Ich bin Familienvater, liebe das Meer und fotografiere leidenschaftlich gerne. Dabei ist mir das Fotografieren wichtiger als die Technik. Ich bin Jahrgang 79 mit Abitur aus dem letzten Jahrtausend. Ich arbeite bei einem sehr großen deutschen E-Commerce-Versender und lebe in Hamburg, der schönsten Stadt Deutschlands.

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