Fotografien

Gegenlicht bei Abendsonne – so klappt’s

Am Donnerstag hat mich spontan die Lust zum Fahrradfahren eingeholt. Der Abend war herrlich, die Sonne schien und so überredete ich meinen Nachbarn zu einer kleiner Fahrradtour inklusive Kamera im gegenüberliegenden Naturschutzgebiet Höltigbaum. Ich hatte bereits die Fotos im Gegenlicht von der Abendsonne im Kopf und wollte genau das einmal ausprobieren. Also ging es los mit dem Rad, die Luft und den Abend genießen und ein paar Fotos machen. Wie genau ich vorgegangen bin, das erzähle ich dir hier.

Wir fuhren also als erstes in das Naturschutzgebiet hinein bis zum Sendemast. Hier machten wir das erste Mal halt und fotografierten die Rinder und Kälber. Leider war die Sonne hinter einem Berg verschwunden. Die Lichtstimmung und die Fotos waren hier nicht gut. Also gibt es hier auch nichts zu zeigen. Wir stiegen wieder auf die Räder und fuhren weiter. In erster Linie hatten wir auch das Radeln im Kopf, bei passenden Gelegenheiten hätten wir angehalten. Und davon kamen noch welche!

Einmal um die Kurve geradelt und schon zeigte sich ein ganz anderes Bild. Die Abendsonne schien herrlich tief und machte ein unglaublich schönes Licht auf die Landschaft. Vor uns weideten wieder eine Menge Rinder und im Hintergrund war noch der Sendemast zu sehen. Also halt, vom Sattel gesprungen und die Kamera bereit gemacht. Kurz mal Blende gecheckt und erst mal bei f9 belassen. Die Kamera war im manuellen Modus (M), so dass ich mit der Belichtungszeit spielen konnte.

Ich fokussierte einen Bereich an und kontrollierte den Belichtungsmesser im Sucher. Im Gegenlicht ist das schon sehr unterschiedlich, wo man fokussiert und was der Belichtungsmesser sagt. Erst einmal habe ich die Belichtungszeit so eingestellt, dass der Belichtungsmesser eine korrekte Belichtung dargestellt hat. Ein Foto gemacht und das Resultat auf dem Display begutachtet. Nun heißt es, heran tasten. Möchte ich den Vordergrund heller? Dann die Belichtungszeit runter drehen. Ist mir das Bild zu hell und der Hintergrund brennt nur aus, ohne dass man die Abendsonne erkennt? Dann die Belichtungszeit hochdrehen und verkürzen, damit das Bild dunkler wird. So habe ich mich einfach heran getastet und die ersten Bilder der Rinder und der Landschaft gemacht.

Eigentlich wollten wir dann wieder aufs Fahrrad steigen und weiterfahren, aber mein Nachbar nahm dann noch mal die Kamera in die Hand. So did I :-) Also hab ich mir noch mal die Gräser im Vordergrund angeschaut und versucht, diese im Gegenlicht in Szene zu setzen. Hier konnte ich mich bei der Bearbeitung auch kaum entscheiden, welches Bild ich denn nun zeigen wollte. Also hier mal alle der auserwählten:

Nun ging es aber dann doch mal wieder rauf aufs Rad. Sonst wären wir ja gar nicht mehr voran gekommen. Wir fuhren dann weiter durch den Höltigbaum und es war einfach traumhaft. MAn sieht kaum einen Menschen und wenn, dann grüßt man sich, obwohl man sich noch nie gesehen hat. Das ist einfach nett. Der Höltigbaum war mal ein altes Panzertruppen-Übungsgelände. Davon ist nicht mehr all zu viel zu erkennen. Hier herrscht einfach nur Natur und mit dem Rad hier lang zu fahren ist traumhaft.

Also fuhren und fuhren wir, bis wir zu einer Abzweigung kamen und noch mal die große Wiese im Gegenlicht mit den Bäumen im Hintergrund fotografieren wollten.

Auch hier ähneln sich die Bilder unglaublich stark, der Blickwinkel ist mal etwas höher und mal etwas niedriger. Ich habe mir bei den Bildern aber noch mal epxlizit die Blende angeschaut und hiermit gespielt. Ich habe die Blende immer weiter geschlossen, um schließlich auch im Gegenlicht die sternenförmigen Lichtstrahlen der Sonne zu erhalten. Das letzte Bild hatte bereits die Blende f22. Weiter ging es in die Hocke, um mal wieder die Gräser im Vordergrund zu haben und das Motiv anders darzustellen.

Die Sonne ging nun echt schnell unter. Das ist schon fantastisch zu sehen, wenn man sich wirklich auf das Fotografieren mit dem Licht konzentriert, wie schnell auf einmal die Sonne untergeht. Wir radelten also weiter und genossen die inzwischen richtig mediterrane Luft und Gerüche im Feld. Eigentlich hatte ich schon mit dem Fotografieren abgeschlossen, die Sonne war ja schon fast weg, als wir plötzlich an einem mir völlig unbekannten Modellflugplatz ankamen. Da war ich ja erst mal positiv überrascht, auch wenn nur noch ein Flieger durch die Luft flog.

Beim Umdrehen jedoch gab es noch mal eine herrliche Szene, mitten durch die Bäumen durch als Rahmen hin zur Wiese und der nun fast untergegangenen Sonne hinter den Bäumen in der Ferne. Auch nutzten wir noch mal die Minuten und versuchten verschiedene Bildwinkel zu nutzen. Hier entstanden durch das Gegenlicht auch noch schöne sogenannten Lens Flares.

Nun hatten wir quasi schon genug, wir packten die Kameras ein und wollten aufsatteln. Wir haben noch ein wenig die Sonne genossen als wir dann doch nochmal in die Tasche greifen mussten. Die Sonne war nur noch eine halbe Kugel am Horizont, aber die Wolken wurden dadurch so genial in dem goldenen Licht angestrahlt, so dass wir hier noch mal Fotos aufnehmen mussten.

Aus einer spontanen Idee heraus mit dem eigentlich Fokus aufs Fahrradfahren und 1,5 Stunden Zeit, haben wir diese traumhaften Aufnahmen im Gegenlicht machen können. Manchmal lohnt es sich eben doch, abends noch mal kurz aufzusatteln.

Und wer nun noch etwas irritiert über das Rauschen ist, kann ich noch einen ganz wichtigen Tipp für solche Aufnahmen mitgeben: Ich hatte leider vergessen, auf die ISO Einstellung zu schauen und habe alle Bilder mit ISO 3200 aufgenommen. Nun verstehe ich auch die extrem kurze Belichtungszeit… Nächstes Mal weiß ich Bescheid und werden bestimmt eher bei ISO 100-400 fotografieren. Nobody’s perfect!

-Werbung-

10 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.