Fototipp
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Manuell belichten

Es gibt tolle Automatiken an den Kameras, die auch immer besser werden. Einfach eingestellt und fotografiert. Das Ergebnis ist meistens ganz in Ordnung. Lerneffekt? Gleich 0. Schon mal mit dem Navi durch eine fremde Stadt gefahren? Konntest du dir einen Weg merken? Ich kann das besser, wenn ich den Weg vorher auf der Karte suche und dann selbst fahre. So bleibt der Weg gleich hängen. Ähnlich ist es mit den Einstellungen der Kamera.

Viele Hobbyfotografen fragen immer wieder nach den EXIF Daten. Die kann man sich anschauen und alles nachmachen. Ein erster guter Schritt. Aber um seine Kamera und die verschiedenen Lichtsituationen zu lernen, muss man es manuell machen! Das ist mein heutiger Fototipp für dich.

Am Anfang wirst du dich vielleicht ordentlich vergreifen. Nutze hierfür einfach den Belichtungsmesser in der Kamera. Der ist ein guter (achtung!) Anhaltspunkt. Aber die echte Situation kannst du besser einschätzen als deine Kamera, die ein neutrales Grau im Bild herstellen will. Wann klappt das nicht? Bei viel heller oder dunkler Fläche im Bild. Du weißt aber, wie das Original aussehen soll. Also kannst du die Belichtung besser selbst einstellen und an die Situation anpassen.

Übrigens: Deswegen werden Schneebilder auch grau. Nutze hier die manuelle Belichtung und stelle die Zeit so ein, dass der Belichtungsmesser behauptet, das Bild wird zu hell. Dann wird der Schnee überhaupt erst weiß.

Je mehr du übst, desto schneller kannst du eine Lichtszene einschätzen und die richtige Einstellung finden. Einen kleinen Tick drüber oder drunter ist oftmals besser als die Einstellung der Kamera. Denn jede Szene wirkt anders und hat andere helle und dunkle Bildanteile. Nur sehr selten ist das komplett ausgeglichen in einem Bild.

Wie handhabst du das? Nutzt du bereits die manuelle Belichtung bzw. den manuellen Modus oder hast du dich noch nicht heran getraut? Hast du noch mehr Fragen?

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8 Kommentare

  • Martin

    Hallo Marcel,

    meine fotografischen Schwerpunkte liegen in der Panoramafotografie und der Langzeitbelichtung.
    Beides sind Sujets, die mit Automatismen jededer Art nicht funktionieren. Nur so hat man das gewünschte Ergebniss, im wahrsten Sinne des Wortes “in der Hand”.

    Inzwischen habe ich für meine Fuji X-T1 auch meherer Samyang Objektive, die sowieso nur manuell funktionieren.
    Ich vermisse dabei nichts.

    Zu dem von dir beschriebenen Lerneffekt ist mir persönlich die Entschleunigung bei der “manuellen Fotografie” fast noch wichtiger.

    Viele Grüße,
    Martin

    • Marcel

      Hallo Martin,
      das ist natürlich ein weiterer sehr guter Aspekt. In dem Moment kommt man um eine manuelle Belichtung natürlich gar nicht mehr herum.
      Viele Grüße
      Marcel

  • Mario

    Hallo Marcel,
    schöner, kurzer Beitrag ist dir da gelungen! Und ja, auch ich nutze schon seit längerem die manuelle Belichtung. Generell versuche ich frei von jedweder Automatik zu fotografieren. Es sei denn die Situationen erfordern mal die Vorwahl von Blende oder Belichtungszeit. Habe deinen Post auch in meine Wochenrückschau aufgenommen.
    Viele Grüße,
    Mario

    • Marcel

      Hallo Mario,
      genauso handhabe ich das auch. Hin und wieder ist die Lichtsituation so wechselhaft, dass die Vorwahl der Blende oder Zeit hilfreich ist.
      Viele Grüße
      Marcel

  • Rolf

    Nun, Exifdaten muss ich selber erfassen, bin Analog unterwegs. Bei meinen Kameras muss ich alles selber einstellen, null halb oder sonst eine Automatik. Da ist auch die Belichtung von Hand und Kopf angesagt auch mit einem Belichtungsmesser den ich dabei habe, sonst wird halt geschätzt oder aus erfahrung was eingestellt. Ob es dann passt sieht man erst nach der Entwicklung der Films. Ist immer wieder ein Nervenkitzel wenn man die Negative bekommt und gleich mal einen groben Augenschein nimmt wie diese aussehen.
    Ich auch immer noch mit den Digicam’s auf Du und Du aber halt nur noch zu 95% im Studio oder wenn ich grad keinen Film mehr zur Hand habe. Beim letzten Shooting war ich nur analog unterwegs und musste mein Model erst aufklären was das überhaubt ist und das wir “nur” 72 Bilder machen können weil ich nur 2 36er Filme dabei habe. Die ergebnisse werde ich höffentlich am 27.3 sehen, bin schon sehr gespannt.

    • Marcel

      Das ist wohl der Nervenkitzel, den alle beschreiben, die analog fotografieren. Ein wenig back to the roots eben.
      Ich vergleiche das immer ein wenig mit Fahren mit und ohne Navi. Damals kannte man jede Straße und wusste immer, wo man ist. Jetzt fährt man nach Navi und merkt sich nichts mehr. Ich nehme an, dass du viel fitter mit den Einstellungen durch das analoge fotografieren bist, als ich mit den digitalen Hilfsmittel, auf die man sich ja auch gerne verlässt.

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